Migräne bei Kindern und Jugendlichen

Martinus Aarts, Ard Sterenberg, Uta Wijnen (CS).

Studienziel: Ziel der Studie ist die Untersuchung der Effektivität der osteopathischen Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen mit Migräne. 

Studiendesign: Randomisierte kontrollierte klinische Studie mit Follow-up.

Setting: Die Studie wurde von drei am College Sutherland ausgebildeten Osteopathen in Ihren Praxisräumen durchgeführt.

Patienten: 28 Kinder und Jugendliche mit Migräne im Alter zwischen 8 und 15 Jahren (im Mittel 11,6 ± 2,2 Jahre) nahmen an der Studie teil. Mittels Randomisierung wurden 13 Kinder der Interventionsgruppe und 15 der Kontrollgruppe zugeteilt. Während der Studienphase kam es in jeder Gruppe zu jeweils einem Drop-out.

Intervention: Die Kinder der Interventionsgruppe erhielten 4 osteopathische Behandlungen in Abständen von je 3 Wochen. Ein Follow-up erfolgte 6 Monate nach Behandlungsbeginn. In beiden Gruppen konnte die Einnahme von Medikamenten weiter geführt werden, der Beginn einer Migräne-prophylaktischen Medikation musste mehr als 12 Monate zurückliegen. Die Kinder der Kontrollgruppe blieben ansonsten unbehandelt.

Zielparameter: Die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Migräne-Anfälle wurde als primärer Zielparameter über die Führung eines Kopfschmerztagebuchs, erweitert durch eine visuelle Analogskala, erfasst. Als sekundäre Zielparameter wurden Lokalisation der Kopfschmerzen/Migräne, andere Beschwerden vor oder während der Migräne, Übelkeit/Erbrechen, Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit, Lärmempfindlichkeit und die Medikamenteneinnahme über das Kopfschmerztagebuch sowie spezielle Fragebögen erhoben.

Ergebnisse: Während der 12-wöchigen Studienphase lag die Anzahl der Migräne-Tage in der Kontrollgruppe mit einem Mittel von 26 Tagen mehr als doppelt so hoch als in der Behandlungsgruppe mit 11 Tagen (p=0,07). Im letzen Erfassungszeitraum der Studienphase ergibt sich eine statistisch signifikante Differenz, mit 1,5 Migräne-Tagen in der Behandlungsgruppe und 7,5 in der Kontrollgruppe (p=0,01). Die Dauer der Migräne-Anfälle verringerte sich in der Behandlungsgruppe von 0,8 auf 0,3 Stunden und die maximale sowie durchschnittliche Intensität sank. Während der Follow-up Erfassung nach 6 Monaten zeigte sich die prozentuale Verbesserung hinsichtlich der Anzahl der Migräne-Attacken nur leicht rückläufig verglichen mit dem letzen Zeitraum der Studienphase. Die Ergebnisse der sekundären Zielparameter zeigten, dass in der Behandlungsgruppe während der gesamten Studienphase weniger Medikamente bei Migräne-Anfällen eingenommen wurden (3 Migräne-Tage mit Medikation vs. 11 Tage in der Kontrollgruppe). Bezüglich der anderen Parameter ergaben sich keine auffälligen Gruppenunterschiede.

Schlussfolgerung: Vier osteopathische Behandlungen innerhalb eines Zeitraums von 12 Wochen führen zu einer Verbesserung der Häufigkeit, Dauer und Intensität von Migräne-Anfällen bei Kindern zwischen 8 und 15 Jahren. Die Planung weiterer klinischer Studien zur Bestätigung der Ergebnisse wäre wünschenswert.